Wenn am Sonntag, 20. Januar, die diesjährige Tourismusmesse CMT ihre Pforten schließt, bauen auch die evangelischen Landeskirchen und die katholischen Diözesen in Baden-Württemberg ihre Stände in den Messehallen ab. 75 kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren dann seit dem 12. Januar im Einsatz.
„Wie gut die Zusammenarbeit zwischen uns Kirchen funktioniert, haben auch die Besucher an unseren Ständen gespürt und uns das auch immer wieder gesagt“, resümiert Karl-Heinz Jaworski vom Arbeitsbereich Kirche in Freizeit und Tourismus der württembergischen Landeskirche. „Und wir haben schon neue Projekte angedacht“, sagt Jaworski. So soll bei der nächsten CMT das Thema „Kirche auf zwei Rädern“ in den Fokus rücken, von Radwegen bis hin zu Motorradgottesdiensten. Auch Menschen im betreuten Wohnen wolle man stärker in den Blick nehmen.
Unter dem Motto „Schau an der schönen Gärten Zier. Garten – Natur – Schöpfung“ hatten die Kirchen über die ihre Aktivitäten auf der Bundesgartenschau Heilbronn, der Remstalgartenschau, der Kirche im Nationalpark Schwarzwald sowie über Kloster- und Bibelgärten in Baden-Württemberg informiert. Sie gaben Auskunft, Tipps und Erfahrungen weiter rund um das Thema Pilgern und luden täglich zu „Atempausen“ in einem Andachtsraum ein oder - an den beiden Sonntagen - zu Messegottesdiensten auf der Atriumbühne beim Eingang Ost.
Als Höhepunkte galten die Vorstellung des Demokratie-Mobils sowie der Empfang der Kirchen. Zum „Siebzigsten“ des Grundgesetzes werden die württembergische Landeskirche und die Diözese Rottenburg-Stuttgart ein Jahr lang durch Baden-Württemberg ziehen um mit den Menschen zu den Themen Demokratie und Grundrechte ins Gespräch zu kommen. „In Zeiten eines sich immer weiter ausbreitenden Populismus ist das notwendiger denn je“, sagte Dr. Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Initiator dieser Aktion. Dr. Norbert Lurz, Bildungsdezernent der württembergischen Landeskirche, betonte: „Für die Kirchen gehört es zum Selbstverständnis, in der gesellschaftlichen Wertediskussion Flagge zu zeigen. Da die Stärkung demokratischer Werte die Basis für unsere freiheitliche Verfassung ist, werden sich die Kirchen im Wahljahr 2019 verstärkt in die Diskussion einbringen.
Der Theologe und Forstwissenschaftler Friedrich Burghardt rief beim Empfang der vier großen Kirchen in Baden-Württemberg dazu auf, einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Kriterien für Wildnisgebiete nicht durch politischen Druck aufgeweicht werden.
Das gemeinsame Anliegen von Schutzgebietsverwaltung, Kirche und Tourismus sollte es sein, „das Alleinstellungsmerkmal ‚Wildnis‘ für die touristische Entwicklung einer gesamten Region zu nutzen, ohne das Wildnisgebiet selbst in seiner Eigenart zu gefährden“, so Burghardt weiter.
Aufgabe der Kirchen sei es, sich im Geiste der Bergpredigt für die Rechte der Tiere und der Natur einzusetzen.