"Reformation in Württemberg. Lieder und Stimmen der Reformation" heißt eine CD mit Texten und Liedern, die in Archiven schlummerten und jetzt wieder entdeckt wurden. Junge Musikerinnen und Musiker der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart sowie die Schola Cantorum Tübingen haben die Musik eingespielt und Profis des Instituts für Sprechkunst der Musikhochschule die Texte gelesen.
Darunter ist ein erst vor wenigen Monaten entdecktes Lied des württembergischen Reformators Ambrosius Blarer, sagte Projektleiter Peter Rückert in Stuttgart. Die Stücke seien alle aus den Originalmanuskripten und in den originalen Vertonungen aufgenommen. "Unsere Hauptfrage war: Wie hat man Reformationstexte und -lieder damals in Württemberg gehört?", so Rückert.
Die Sammlung gebe die fließenden Übergänge zwischen geistlicher und weltlicher, höfischer und bürgerlicher Musik der Zeit wider, betonte Rückert. Blarers neu entdecktem Lied "Jauchz, Erd und Himmel" habe man sogar die Melodie zuweisen können, nach der es gesungen worden sei. Blarer hatte es 1533 zum Himmelfahrtstag an die Freie Reichsstadt Esslingen gesandt.
Zu geistlichen Liedern kommen Reime, Pamphlettexte und Sprüche, etwa von dem bislang unbekannten Spruchdichter "Hans Leberwurst". Auch Spottverse von Nonnen, kurze Rechtstexte und Predigtausschnitte aus der württembergischen Reformationszeit sind aufgenommen.
Die CD ist in Vorbereitung der Ausstellung "Freiheit - Wahrheit - Evangelium. Reformation in Württemberg" entstanden, die am 13. September im Stuttgarter Kunstgebäude eröffnet wird. Dort sollen 300 Exponate zu sehen sein, die durch Audiostationen ergänzt werden. Gleichzeitig werden drei Teile der Reformationsausstellung in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg in den Klöstern Maulbronn, Bebenhausen und Alpirsbach gezeigt. Die CD wird Teil des Ausstellungskatalogs sein.
Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd)