Die lutherischen Kirchen in Europa wollen zusammen auf Krisen und Konflikte wie den unterschiedlichen Umgang mit Flüchtlingen reagieren. "Wir wollen trotz der Verschiedenheit und unterschiedlichen gesellschaftlichen Einbindung in den Ländern gemeinsam Stellung beziehen", sagte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July, der auch Vizepräsident des Lutherischen Weltbundes (LWB) ist, am Freitag in Magdeburg bei der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).
In Deutschland sei die Kirche selbstverständlicher Teil der Zivilgesellschaft und werde auch als Ansprechpartner gesucht, sagte July bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Europa in Solidarität - evangelisch-lutherische Impulse". Die lutherische Kirche könne zum Teil auch als Katalysator beim Aushandeln von Konfliktlösungen wirken.
Die Präses der norwegischen Bischofskonferenz und LWB-Vizepräsidentin Helga Haugland Byfuglien sagte beim zweiten Tag der VELKD-Beratungen mit Blick auf den unterschiedlichen Umgang mit Flüchtlingen in den europäischen Ländern: "Europas Werte sind auf die Probe gestellt." Es gehe um Gastfreundschaft und Menschenwürde. Gesellschaft und Kirche stünden vor einer großen solidarischen Herausforderung.