„Wir bleiben weiterhin an der Seite der Armenischen Gemeinde und sind mit ihr im Gebet verbunden.“ Dies betonte Landesbischof Frank Otfried July mit Blick auf die Evakuierung der armenischen Gedenkfeier am 24. April in der Lutherkirche in Stuttgart Bad Cannstatt.
Die Armenische Gemeinde Baden-Württemberg hatte zu einer Gedenkveranstaltung in die Kirche eingeladen, die die Polizei jedoch aufgrund einer konkreten Drohung räumen musste. July verwies darauf, dass die württembergische Landeskirche schon 2015 gemeinsam mit der Armenischen Gemeinde des Genozids gedacht hatte.
Dr. Ulrich Dreesman, Pfarrer der Lutherkirche, betonte: „Die Lutherkirchengemeinde steht fest an der Seite der Armenischen Gemeinde und lässt sich von Terrordrohungen nicht irritieren. Die Lutherkirche wird auch weiterhin für Gottesdienste und Kultur- und Gedenkveranstaltungen der Armenischen Gemeinde zur Verfügung stehen.“ Die Gedenkfeier soll nachgeholt werden. Ein Termin ist noch nicht festgesetzt worden.
Auch das Dekanat Bad Cannstatt betonte seine Verbundenheit. „Von Seiten der Evangelischen Kirche in Stuttgart stehen wir voll hinter der Haltung der Lutherkirchengemeinde und sehen uns in enger Verbundenheit mit der Armenischen Gemeinde, die ausgerechnet an ihrem Gedenktag Bedrohung erfährt. Die armenischen Geschwister sind unsere Gäste und wir lassen uns nicht in unserer christlichen Haltung der Gastfreundschaft einschüchtern. Wir hoffen sehr, dass die Hintergründe der Bedrohung der armenischen Gemeinde schnell und umfassend aufgeklärt werden können.“
Der Völkermord an den Armeniern begann am 24. April 1915 im Osmanischen Reich. Bei den Massakern und Todesmärschen kamen bis zu 1,5 Millionen Menschen zu Tode.