Beilstein. Mit einem „CO2-Dinner“ will das „Haus der Kinderkirche“ auf Schloss Beilstein am Sonntag, 24. November, den Beweis antreten: Was lecker schmeckt, kann gleichzeitig umweltgerecht sein - muss es aber nicht. So können sich die Teilnehmer an einem Büffet ihr Wunsch-Essen zusammenstellen; anschließend erfahren sie, wie die Umweltbilanz des Menüs ausfällt.
Seit September trägt das „Haus der Kinderkirche“ in Beilstein (Landkreis Heilbronn) die kirchliche Umweltauszeichnung „Grüner Gockel“. Als Tagungshaus für Jugendliche, FSJ- und Konfirmandengruppen sowie Schulklassen habe die vom württembergischen Evangelischen Landesverband für Kindergotesdienst getragene Einrichtung „auch den Anspruch, nachhaltig zu kochen", betont Hausleiterin Dr. Brigitte Schober-Schmutz.
Aus diesem Anspruch heraus entstand die Idee, ein „CO2-Dinner“ anzubieten: Am Sonntag, 24. November, sind alle eingeladen, die es sich nicht nur schmecken lassen, sondern auch etwas über die CO2-Bilanz ihres Essens erfahren wollen.
„Wir wollen niemanden diskriminieren“, versichert Hausleiterin Schober-Schmutz, „wir wollen aber sensibilisieren“. So wird es bei dem Menü unter dem Motto „All you can eat" auf dem Büffet nicht nur Vegetarisches beziehungsweise Veganes geben, sondern auch reichlich Fleisch.
Die Küchen-Crew wird „Wildschweinbraten mit Preiselbeeren und Birnenspalten“ oder auch „Hähnchenbrust Elsässer Art“ zubereiten - aber auch Kürbisgemüse, buntes Kräuter-Couscous oder gefüllte Crepes mit Blattspinat und Hirtenkäse anbieten.
Als Vorspeise wartet auf die Gäste ein Salatbuffet sowie eine Curry-Linsen-Suppe mit Joghurt und glasierten Äpfeln - und zum süßen Abschluss gibt's als Dessert Schokomousse, Bayerische Creme mit Lebkuchen, Apfelcrumble beziehungsweise Zwetschgenknödel mit Glühwein-Zimtpflaumen.
Normalerweise isst bei solch einem reich gefüllten Büffet vor allem das Auge mit - in Schloss Beilstein aber auch das Umweltgewissen: „Alle Speisen werden mit ihren CO2-Werten deklariert, damit jeder sich alles selber zusammenstellen und den CO2-Wert der Mahlzeit selbst steuern kann“, kündigt Schober-Schmutz an.
Was die Auswahl des Essens mit dem Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids zu tun hat, macht Schloss Beilstein derzeit auf seiner Homepage im Internet deutlich: Eine Portion von Gemüse-Apfel-Curry-Nudeln mit Hüttenkäse sowie zum Nachtisch eine Mandarine verursache 760 Gramm CO2-Freisetzung - das entspreche dem Ausstoß eines modernen Autos mit Verbrennungsmotor auf einer Fünf-Kilometer-Strecke. Wäre Fleisch dabei, wäre der CO2-Wert des Essens sofort deutlich im Kilobereich...
Schloss Beilstein arbeitet für das CO2-Dinner mit dem Landes-Umweltministerium sowie dem Umweltbeauftragten der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zusammen. Saalöfnung am 24. November ist um 16 Uhr, das Büffet im Rittersaal ist zwischen 17 und 21 Uhr geöffnet. Anmeldungen unter Telefon 07062/3298 sind noch bis Montag, 18. November, möglich; pro Person kostet die Teilnahme 30 Euro.