Die Beschäftigung mit biblischen Texten hat ihn immer wieder über die Grenzen der Kirche hinausgeführt, sagte Prälat i.R. Martin Klumpp in einem Interview. Als Gemeindepfarrer in Sindelfingen setzte er sich für die Schaffung eines kommunalen Jugendhauses ein. Einige Nummern größer waren die Projekte, die er in Stuttgart initiierte und die das Ziel verfolgten, dass die Kirche als gesellschaftliche Akteurin in die Stadtgesellschaft hineinwirkt. So entwickelte Martin Klumpp als Pfarrer an der Stuttgarter Hospitalkirche ab 1979 den Hospitalhof zum Zentrum für evangelische Erwachsenenbildung und zum Begegnungs- und Denkort.
Seit 1986 war Klumpp Stadtdekan, von 1998 bis zu seinem Ruhestand 2005 Prälat von Stuttgart. Er ist Mitbegründer des Hospiz Stuttgart, engagiert sich dort bis heute, etwa im von ihm geleiteten Förderverein Hospiz Stuttgart, aber auch in Vorträgen und Trauergruppen. Aktuell steht die Schaffung des ersten stationären Kinderhospizes in Baden-Württemberg unter dem Dach des Hospiz Stuttgart im Fokus seines Engagements. Prälat Klumpp hat sich ferner für den Dialog der Religionen engagiert, und er ist vielen Bürgern als Redner auf Großdemonstrationen bekannt, beispielsweise bei einer Anti-Kriegs-Demo im Herbst 2001 und bei Demonstrationen gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“. Martin Klumpp engagiert sich außerdem für die landeskirchlichen Seminare in Ulm und Blaubeuren und ist Vorsitzender des Fördervereines der Stiftsmusik an der Stuttgarter Stiftskirche.
„Martin Klumpp hat mit seinem Wirken den Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart mit seinen Einrichtungen, wie er jetzt dasteht, maßgeblich beeinflusst. Nicht zuletzt die Hospizarbeit wäre ohne sein übergroßes Engagement nicht möglich“, würdigte Stadtdekan Søren Schwesig den Geehrten.