23.10.2017

"Inklusion gelingt, wenn alle dazu gehören"

In Mergelstetten wachsen Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam auf

Jetzt sind sie ins Gemeindehauses der evangelischen Kirchengemeinde Mergelstetten eingezogen: sechs sehbehinderte und blinde Kinder des Schulkindergartens der „Nikolauspflege“. Stück für Stück sollen sie zusammenwachsen mit den Kindern der Kindertagesstätte „Pusteblume“ in den Räumen über ihnen. Seit Mitte September ist Melih Cerit während seines freiwilligen sozialen Jahrs (FSJ) die Brücke zwischen den Kindern mit und ohne Behinderung. Bezahlt wird er mit Geldern des Fonds „Inklusion leben“ von Evangelischer Landeskirche und ihrer Diakonie. Im Rahmen eines „Tags der Begegnung“ übergab Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Württemberg, der Kirchengemeinde einen Scheck.

In der Mitte Melih Cerit.

Über drei Jahre hinweg sollen junge Menschen im FSJ helfen, dass die Kinder aus den beiden Einrichtungen gut zusammen wachsen. Dazu stehen rund 29.000 Euro aus dem Fonds „Inklusion leben“ zur Verfügung, der mit insgesamt 1,5 Millionen gefüllt ist. Unterstützt wird mit dem Geld nicht nur eine ungewöhnliche inklusive Kooperation zwischen einer evangelischen Kirchengemeinde und einer diakonischen Einrichtung. Die Förderung soll auch dazu beitragen, dass sich Kirchengemeinden verändern und stärker auch diakonische Einrichtungen werden.

Melih Cerit ist für die Pusteblume-Leiterin Sabine Böttner eine Idealbesetzung für das gelingende Zusammenwachsen der beiden Einrichtungen.  Denn der 18-jährige, der gerade seine Fachhochschulreife abgeschlossen hat, hat großes Interesse an sozialen Berufen, und möchte wissen, „wie es wirklich ist“. Schon nach den ersten Tagen stellt er fest: „Das ist viel anstrengender, als ich es mir vorgestellt habe. Aber es macht auch viel mehr Spaß als ich gedacht habe“.  Im Moment muss im frisch umgebauten Haus noch viel mithelfen und auch mal ein Bild aufhängen. Zwischendrin gibt es aber viel Zeit, die behinderten Kinder im Schulkindergarten zu besuchen und Bekanntschaften zu schließen. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Kinder so offen sind“, hat er festgestellt. Zwar sei es nicht einfach gewesen in den ersten Tagen, mit den Kindern zu kommunizieren. „Aber sie sind ganz besonders warm und herzlich, freuen sich, wenn man zu ihnen runter kommt“. Schon jetzt ist er sich sicher: „Später  möchte ich auf jeden Fall einen sozialen Beruf ergreifen“.

Sabine Böttner, Gesina Wilfert (Nikolauspflege), Dieter Feser, Andreas Kammer (Ev. Kirchengemeinde). Christoph Winter, Dieter Kaufmann

 „Der heilige Geist will euch Ideen geben, wie ihr gut miteinander leben könnt“, sagte Dieter Kaufmann bei seiner Ansprache im Rahmen des Erntedank-Gottesdienstes in der evangelischen Kirche Mergelstetten. „Und zwar unabhängig davon, was jemand kann und was er nicht kann“. Denn unsere Gesellschaft lebe davon, „dass man einander achtet und füreinander da ist“. Der Oberkirchenrat machte deutlich, dass „Inklusion dann gelingt, wenn alle dazu gehören, egal ob sie am Rand oder auf der Flucht sind oder keine Wohnung haben“.

Frank Rosenkranz, Leiter des Diakonischen Werks Heidenheim, freute sich über die „gelebte Diakonie“, indem die Kirchengemeinde ihr Haus öffnet „für jemanden, der lange auf der Suche war nach einer Herberge“. Es sei nicht leicht gewesen für die Nikolauspflege, im Raum Heidenheim einen geeigneten Partner für den Schulkindergarten zu finden. „Und für die Gemeinde war es wirklich ein Opfer, Räume herzugeben“. Deshalb zeigte er sich zuversichtlich, „dass sich damit die Gemeinde verändern wird und dies auch auf andere ausstrahlt“.

Der Leiter der Stiftung Nikolauspflege, Dieter Feser, zeigte sich dankbar darüber, dass die von seiner Einrichtung betreuten Kinder im Gemeindehaus einen Platz gefunden haben. „Ich kann ihnen versichern, dass auch sie als Kirchengemeinde ganz viel bekommen von den sehbehinderten Kindern“, versicherte er. „Weil sie andere Stärken haben und es zu Begegnungen kommt, bei denen niemand Angst hat“. Als Vertreter des Mergelstetter Kirchengemeinderats machte Christoph Winter deutlich, dass man froh sei, „dass die Nikolauspflege nicht nur Mieter sein, sondern Teil der Gemeinde werden will“.

Wolfram Keppler

Wolfram Keppler

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