Mit einem Festgottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche wurde heute die Große Sonderausstellung des Landesmuseums Württemberg über Herzog Christoph eröffnet. Die Schau im benachbarten Alten Schloss führt in Leben, Werk und Bedeutung des ehemaligen Landesvaters ein. Der Herzog, der von 1550 bis 1568 regierte, verankerte den evangelischen Glauben endgültig in Württemberg. Durch ihn entwickelte sich das abgelegene Land im Südwesten zum evangelischen Musterstaat mit überregionaler Bedeutung.
Herzog Christoph wollte, dass Bildung für Jungen und Mädchen frei zugänglich ist, erklärte Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July in seiner Predigt. Er habe Glaubensflüchtlinge aus ganz Europa aufgenommen und dafür gesorgt, dass die Hilfe für die Schwächeren in der Gesellschaft nicht mehr Privatsache, sondern Aufgabe der gesamten Gemeinschaft wurde. Er habe sich sowohl als Diener des Staates als auch der Kirche verstanden und selbstkritisch Verantwortung übernommen. Darin sei er auch heute noch ein Vorbild.
Die Ausstellung mit dem Titel "Christoph 1515 - 1568 - Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation" veranschaulicht auf 1.000 Quadratmetern mit knapp 300 Objekten - darunter Leihgaben mehrerer Museen aus ganz Europa - Leben und Zeit des Herzogs. Sie ist zum 500. Geburtstag des am 12. Mai 1515 in Urach geborenen Christoph und im Vorfeld des Reformationsjubiläums von 2017 in fast vierjähriger Arbeit konzipiert und zusammengetragen worden und steht unter der Schirmherrschaft des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) und des württembergischen Landesbischofs.
Eine bunte Vielfalt von Begleitveranstaltungen mit Thementagen, Konzerten, öffentlichen Führungen, Vorträgen und Kinderangeboten vertieft die Thematik. Ein reich bebilderter Band ergänzt die Ausstellung. Sie ist bis 3. April 2016 von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt kostet neun Euro. Für Familien, Kinder und Jugendliche und für Gruppen gibt es Ermäßigungen.
Quelle: Evangelischer Pressedienst (EPD)