In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember sind unbekannte Täter in die Johanneskirche am Stuttgarter Feuersee eingebrochen und haben Fenster und Einrichtung schwer beschädigt. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July fordert den oder die Täter zu Umkehr und Entschuldigung auf.
Während die Polizei die Ermittlungen aufgenommen hat, äußerte sich Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July erschüttert: „Die Verwüstung in der Johanneskirche in Stuttgart ist widerwärtig, die Zerstörung löst Verstörung aus. Mitten in der Adventszeit, in denen Menschen gerade in diesen Tagen der Pandemie und der Verunsicherung, nach Räumen der Orientierung, des Nachdenkens, des Trostes suchen, wird ihnen – zeitweise – ein solcher Ort genommen. In der Johanneskirche wird gebetet, gesungen, gehört, verkündigt, Gemeinschaft erlebt. Das wird auch weiterhin geschehen. Daran kann ein solcher Akt exemplarischer Dummheit auch nichts daran ändern. Ich fordere den oder die Täter auf: Kehrt um. Entschuldigt euch. Helft die Schäden zu beseitigen. Stellt euch.“ Der Johanneskirchengemeinde wünsche er in dieser Situation „Geistesgegenwart und daher gesegnete Adventstage“.
Der oder die Täter sei vermutlich über das Baugerüst in die Kirche eingedrungen, teilte Pfarrer Dr. Christoph Dinkel mit. Er habe mehrere Fenster eingetreten. Auch die Fenster im Chorraum der Kirche, die Rudolf Yelin 1969 gestaltet hat, seien beschädigt worden. In der Kirche hätten die Täter Schränke und Kirchenbänke umgeworfen und zertrümmert, Löschschaum versprüht und Glastüren demoliert. Gesangbücher und Noten seien in der Kirche verstreut worden. Die Besucherinnen und Besucher des Sonntagsgottesdienstes, der in das Gemeindehaus verlegt wurde, hätten sich erschüttert gezeigt, dass „ihre“ Kirche so einer Zerstörungswut ausgesetzt war, so Dinkel weiter. Der Schaden wird auf mehrere zehntausend Euro geschätzt.
Noch am Sonntag ist ein 37-jähriger Verdächtiger festgenommen worden, teilte die Polizei am Montag mit.
Auch Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) reagierte entsetzt auf den Vandalismus. Es handele sich um einen „Akt blinder Zerstörungswut und des Kulturbruchs“, teilte die Stadt mit. Er verurteile diesen „Akt der Finsternis mitten im Advent“ aufs Schärfste und stehe fest an der Seite der Kirchengemeinde, betonte der Oberbürgermeister.
Mit Material von epd