10.11.2018

„Kirche muss jungen Leuten Platz lassen“

Drei Fragen an den EKD-Synodalen Robby Höschele

Mit dem Schwerpunktthema „Glaube junger Menschen“ befasst sich die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die von Sonntag bis Mittwoch, 11. bis 14. November, in Würzburg tagt. Einer der EKD-Synodalen ist Robby Höschele, der hauptberuflich beim Evangelischen Jugendwerk in Württemberg als Landesreferent für experimentelle Bildung und Jugendpolitik arbeitet. Im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) rät er der Kirche, junge Menschen stärker an Entscheidungen und Gestaltungsprozessen zu beteiligen.  

Herr Höschele, glauben junge Menschen anders als ältere Menschen?
Ja, davon gehe ich aus, ich hoffe es sogar. Auch wenn die Quelle oder die Basis des eigenen Glaubens ähnlich sein mag, der Glaube zeigt sich in jungen Jahren anders und wird anders gelebt als in biografisch späteren Phasen. Die Formen, wie Menschen glauben, Gottesdienst feiern, sich kulturell zeigen, miteinander kommunizieren und sich für Nächstenliebe engagieren, sind je nach Lebensphase immer anders. Mit fließenden Übergängen. Meine Generation ist allerdings zahlenmäßig so groß und stark, ich frage mich manchmal, wo wir in der Kirche eigentlich noch Platz frei lassen für die jungen Leute; wo wir nicht die alles prägende und dominierende Altersgruppe sind.

Hat die evangelische Kirche im Umgang mit ihrer Jugend Entwicklungen verschlafen?
Nein, die Verantwortungsträger schlafen ja nicht, ich auch nicht! Aber es bleibt eine dauernde Aufgabe, junge Menschen an den Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen zu beteiligen, ihnen Platz zu lassen und auch zu hören, wenn sie Kritik üben und Strukturen und Prozesse und Arbeitsweisen für sich überhaupt nicht passend finden. Wenn es da Hindernisse gibt, dann reicht es etwa in Landeskirchen nicht, sich einfach auf die gültigen Ordnungen zu beziehen. Zum Beispiel wenn Wahlperioden lange sechs Jahre dauern oder wenn gar keine Jugenddelegierten vorgesehen sind. Da braucht es bestimmt etwas mehr Fantasie. Verschlafen, auch wenn man jetzt aufgewacht zu sein scheint, hat man sicher die Entwicklungen der Digitalisierung.

Was kann eine EKD-Synode leisten, um den Glauben für junge Leute wieder attraktiver zu machen?
Eine Synode kann leisten, dass sie genau hinhört und hinschaut, was sie selbst als Kirche ausstrahlt. In all ihren Facetten. Auf junge Menschen. Das gilt für die EKD wie für die Landeskirchen. Und dass sie sich Kritik und Anregungen gefallen lässt und sogar noch genauer nachfragt. Und dann kann sie Spielräume erhalten und neue schaffen. Mit Geld, mit flexiblen und zeitgemäßen Strukturen zur Beteiligung, mit moderner Kommunikation, mit Spielregeln, die das Experimentieren hervorlocken und nicht verhindern, mit Offenheit und Respekt für die Kultur junger Menschen. Glaube wächst allerdings vor allem und besonders in Beziehungen zu glaubhaften Menschen. Und Ausstrahlung und Anziehungskraft, also Attraktivität, hängen ja direkt miteinander zusammen.

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd)

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