In über 130 Jahren hat sich der Weltgebetstag zur größten ökumenischen Frauenbewegung entwickelt. Am Freitag, den 2. März, kommen seine Gebete, Texte und Lieder aus dem südamerikanischen Surinam. Unter dem Thema „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ laden Frauen in über 120 Ländern zu ökumenischen Gottesdiensten und Aktionen ein.
Surinam, das kleinste Land Südamerikas, ist nicht nur ein ethnischer, religiöser und kultureller Schmelztiegel, sondern auch ein Naturparadies. Rund 90 Prozent der ehemaligen niederländischen Kolonie bestehen aus Regenwald. Doch die Natur und das traditionell harmonische Zusammenleben in Surinam sind in Gefahr: Rodungen und rücksichtsloser Rohstoff-Abbau zerstören die einzigartige Flora und Fauna. Das Land ist wirtschaftlich abhängig vom Gold- und Öl-Export. Wegen schwankender Rohstoff-Preise ist das Sozialsystem kaum noch finanzierbar. Dass das gesellschaftliche Gleichgewicht aus den Fugen gerät, trifft besonders die Frauen und Mädchen. Gewalt gegen Frauen und Kinder nimmt zu und Frauen prostituieren sich aus finanzieller Not.
Frauensolidarität in Gebet und Tat
„Lasst uns nicht länger zögern, sondern alles tun, was wir können, um die Erde für diejenigen zu erhalten, die nach uns kommen!“, so der eindrückliche Appell der surinamischen Christinnen anlässlich des Weltgebetstags der Frauen 2018. Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche sind am Freitag, 2. März, aufgerufen, für die Bewahrung der Schöpfung und die Anliegen von Frauen und Mädchen in aller Welt zu beten.
Weitere Zeichen dieser weltweiten Solidarität sind lokale Aktionen für Frauenrechte, Umweltschutz und fairen Handel sowie die Kollekte der Gottesdienste. Damit fördert das deutsche Weltgebetstagskomitee die Arbeit seiner weltweiten Projektpartnerinnen. Im Jahr 2018 werden neben Projekten in Surinam auch Organisationen in Benin, dem Libanon und Nicaragua unterstützt. Sie wollen Mädchen und junge Frauen stärken und sind in der Umwelt-Bildung und der Prävention sexualisierter Gewalt aktiv.
Weltgebetstag der Frauen / udi
Der Weltgebetstag wird jedes Jahr von christlichen Frauen aus einem anderen Land vorbereitet und am ersten Freitag im März in mehr als 120 Ländern rund um den Globus gefeiert. Glaube, Gebet und Handeln für eine gerechte Welt gehören in der weltweit größten ökumenischen Frauenbewegung untrennbar zusammen. Im Jahr 2017 kamen in Deutschland anlässlich des Weltgebetstags von den Philippinen Spenden und Kollekten von über 2,8 Millionen Euro zusammen. Neben der internationalen Weltgebetstagsbewegung wurden mit diesem Geld 69 Frauen- und Mädchenorganisationen in 30 Ländern gefördert.