27.01.2026

„Alle Alarmglocken sollten läuten, wenn Leben kategorisiert wird“

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl appelliert anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus zur Wachsamkeit, wenn gegen Menschengruppen gehetzt wird.

Bei einem Besuch am Stolperstein in der Karl-Kloß-Str. 42 in Stuttgart erinnerte Gohl an die vierundzwanzigjährige Frau Lilly Abele, die im Rahmen der NS‑„Euthanasie“-Verbrechen aufgrund ihrer geistigen Behinderung im Jahr 1940 in Grafeneck ermordet wurde. 

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl.
Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl.

Anlässlich des bundesweiten Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2026 hat Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl eindringlich zu Wachsamkeit und klarer Haltung gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aufgerufen. „Bei uns sollten alle Alarmglocken läuten, wenn Leben kategorisiert wird. Wenn das eine Leben scheinbar wichtiger oder wertvoller ist als das andere. Wenn gegen Ausländer gehetzt wird, gegen Menschen mit anderer Hautfarbe, gegen behinderte Menschen. Aus unserer Geschichte haben wir gelernt, wohin das führt“, betont Gohl. Deshalb sei auch in der heutigen Zeit – und gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus – Wachsamkeit geboten. „Wir als Christinnen und Christen glauben ja, dass jeder Mensch, egal wo er lebt, egal was er kann oder nicht kann, eine Würde hat, die ihm Gott geschenkt hat als Gottes Ebenbild. Und deshalb gibt es für uns als Christen kein ‚unwertes Leben‘.“ 

Stolperstein für Frau Lilly Abele
Stolperstein für Frau Lilly Abele

Bei einem Besuch am Stolperstein in der Karl-Kloß-Str. 42 in Stuttgart erinnerte Gohl an die vierundzwanzigjährige Frau Lilly Abele, die im Rahmen der NS‑„Euthanasie“-Verbrechen aufgrund ihrer geistigen Behinderung im Jahr 1940 in Grafeneck ermordet wurde. Das Schicksal von Lilly Abele steht stellvertretend für hunderttausende Menschen, deren Leben von den Nationalsozialisten als „unwert“ angesehen wurde und die in gezielten Aktionen vom Regime ermordet wurden. Gohl erinnert in diesem Zusammenhang an das Zitat des Rabbiner Jonathan Sachs: „Der Hass, der mit den Juden beginnt, endet nie mit den Juden", wie das Schicksal von Lilly Abele auf erschütternde Weise belege und woran ihr Stolperstein erinnere.

Video: Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl am Stolperstein für Frau Lilly Abele

„Alle Alarmglocken sollten läuten, wenn Leben kategorisiert wird“ - Landesbischof Gohl

Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken

@elkwue - Newskanal der Landeskirche

@WissensWerte - Infokanal der Landeskirche

@GlaubensSachen - täglich christliche Impulse

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Osterbotschaft von Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl

„Für mich ist die Osterbotschaft das stärkste Gegenmittel gegen die Angst. Ostern heißt: Gott macht weiter, wo wir am Ende sind.“ In seiner Osterbotschaft nimmt Landesbischof Gohl die verbreitete Unsicherheit in der Gesellschaft in den Blick.

Weiterlesen

Libanon: GAW-Partner leisten Überlebenshilfe

Die militärische Eskalation im Libanon hat eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Staatliche Infrastruktur kollabiert, die Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks leisten lebenswichtige Hilfe. Diakon Pétur Thorsteinsson bittet um Spenden für die Libanon-Hilfe.

Weiterlesen

5. Kunstpreis der Landeskirche geht an Daniel Rode

Rode erhält die Auszeichnung für die Installation „HALTE MICH“ in und an der Stadtkirche Ludwigsburg. Sie bezieht sich auf die biblische Szene der Begegnung zwischen Maria Magdalena und dem auferstandenen Christus.

Weiterlesen

„Letzte-Hilfe“-Kurse im Hospiz Esslingen

Das Hospiz der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen unterstützt Angehörige pflegebedürftiger Menschen. Darüber sprechen im Interview Susanne Kränzle und Katrin Fritz.

Weiterlesen

500 Jahre Johannes Brenz in Schwäbisch Hall

Aus Anlass des Reformationsjubiläums „500 Jahre Johannes Brenz in Schwäbisch Hall“ hob Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl in seiner Predigt im Festgottesdienst am 15. März die Bedeutung der Bildung im Denken des wichtigsten württembergischen Reformators Johannes Brenz hervor.

Weiterlesen

7 gute Gründe, warum die Kirche diakonisch tätig ist

Diakonie ist gelebter Glaube. Grundlage allen Handelns ist das christliche Gebot der Nächstenliebe. Die Diakonie tritt für soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft ein. Darauf hat der Heilbronner Regionalbischof Ralf Albrecht in einem viel beachteten Facebook-Posting hingewiesen.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W

Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y